Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz

Demenzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des hohen Lebensalters. Sie stellen nicht nur die Betroffenen, deren Angehörige und professionelle Betreuer, sondern auch unsere gesamte Gesellschaft und das Gesundheitswesen vor besondere Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, bedarf es der ständigen Weiterentwicklung und Erweiterung des praktischen und theoretischen Wissens. Aufenthalte an Praxis- und Bildungseinrichtungen im Ausland können hierbei eine wichtige Rolle übernehmen.

Ob Begleitung, Versorgung oder Lebensraumgestaltung – mit dem Internationalen Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz unterstützt die Robert Bosch Stiftung Studierende und Fachkräfte im Versorgungsbereich Demenz, die sich im Ausland fort- und weiterbilden möchten. Durch den fachlichen Austausch mit Experten im Ausland werden neue Versorgungsansätze aus Praxis und Wissenschaft kennengelernt und in Deutschland verbreitet.

Ziele des Programms:

  • die Versorgungs- und Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren Umfeld in Deutschland zu verbessern
  • das Wissen zum Thema Demenz im Ausland zu vertiefen und dadurch neue Impulse für die Weiterentwicklung der Versorgung von Menschen mit Demenz in Deutschland zu setzen
  • die fachliche und persönliche Kompetenz von Fachpersonal im Umgang mit Menschen mit Demenz zu erweitern
  • die Versorgung von Menschen mit Demenz stärker an wissenschaftlich fundierten Grundlagen auszurichten

Was bietet das Programm?

Im Rahmen des Programms werden Praxis- und Bildungsaufenthalte im Ausland zum Thema Demenz finanziell, inhaltlich und organisatorisch unterstützt. Die Förderung umfasst:

  • Zuschuss zu Seminargebühren (bis zu 75 Prozent)
  • Zuschuss zu Reise- und Aufenthaltskosten (bis zu 75 Prozent)
  • Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Einrichtungen im Ausland
  • Beratung bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen
  • Seminare zur Vor- und Nachbereitung des Auslandsaufenthalts, zur Förderung des fachlichen Austauschs zwischen den Teilnehmern und des Erkenntnistransfers in das berufliche und/oder akademische Umfeld
  • Unterstützung durch ein Expertennetzwerk bei der Umsetzung der Erkenntnisse

Was wird gefördert?

Gefördert werden individuelle, selbst organisierte Aufenthalte an Bildungs- und Praxiseinrichtungen im Ausland, durch die neue Erkenntnisse zum Thema Demenz gewonnen werden. Dazu gehören

  • ein- bis mehrwöchige Hospitationen (maximal 3 Monate),
  • Fort- und Weiterbildungsseminare,
  • kurzzeitige Aufenthalte für Studierende.

Nach der Rückkehr wird die Umsetzung bzw. Weitergabe des Erlernten in das berufliche bzw. akademische Umfeld erwartet. Nicht gefördert werden Auslandssemester, Studiengänge, Aufenthalte im Rahmen eines Forschungsvorhabens sowie Vorhaben im Bereich der biomedizinischen Grundlagenforschung.

Wer kann sich bewerben?

Das Programm richtet sich an Einzelpersonen und (inter-)professionelle Teams aus Gesundheitsversorgung, Kommune und/oder Politik. Dazu gehören z. B. Fachkräfte in Pflege- und anderen Gesundheitsberufen, Ärzte, Sozialarbeiter, Architekten, Ingenieure sowie Angehörige weiterer Berufsgruppen, die Menschen mit Demenz begleiten oder die Voraussetzungen für ihre Betreuung schaffen.

Darüber hinaus können sich Studierende aller Fachrichtungen bewerben, die innerhalb ihres Studiums einen Schwerpunkt auf den Themenbereich Demenz gelegt haben und diesen durch einem Auslandsaufenthalt thematisch vertiefen wollen.

Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.

Erwartet werden

  • Berufliche Erfahrung in der Begleitung oder der Gestaltung des Lebensraumes von Menschen mit Demenz bzw. demenz-bezogenen Studienschwerpunkt
  • Kenntnisse in Englisch und/oder der Landessprache des Ziellandes
  • Bereitschaft zur Übernahme der über die Förderung hinausgehenden Kosten
  • Befürwortung des Vorhabens durch den Arbeitgeber (außer bei Selbständigkeit) bzw. durch den Studienbetreuer
  • Teilnahme an Vor- und Nachbereitungsseminaren
  • Nach Abschluss der Maßnahme: Abschlussbericht sowie Transfer/ Weitergabe des Erlernten in das berufliche und akademische Umfeld.

Bewerbung & Auswahl

Bewerbungen können jeweils bis zum Ende eines Quartals beim Institut g-plus eingereicht werden. Die Teilnehmer werden innerhalb von sechs Wochen durch ein Fachgremium ausgewählt und können ihre Hospitation frühestens drei Monate nach Ablauf des Abgabequartals beginnen.

Der Bewerbung sind beizufügen:

  • Antragsformular mit Angaben zu Zielland, -einrichtung und -zeitraum (soweit bereits bekannt) sowie der ausführlichen Darlegung des geplanten Vorhabens im Ausland (Formular bitte auf eigenem Computer abspeichern und dort ausfüllen)
  • tabellarischer Lebenslauf
  • Kopien der Nachweise zu beruflichen Qualifikationen und  Weiterbildungen
  • ggf. Nachweise zu den Sprachkenntnissen
  • die Befürwortung des Vorhabens durch den Arbeitgeber/Hochschullehrer
  • Studierende: Immatrikulationsbescheinigung
  • bei Bewerbungen mehrerer Personen: aussagekräftige Darstellung der beruflichen Zusammenhänge und eine Begründung für die Sinnhaftigkeit der gemeinsamen Bildungsmaßnahme

Weitere Informationen zur Antragstellung siehe unter Bewerbung.